Katharina Brand-Haushofer

Veröffentlicht am 7. Oktober 2022

Aktualisiert am 22. November 2022

International

Kennzeichnungspflichten

Inhaltsverzeichnis
  1. Regularien auf EU-Ebene
  2. Besonders strenge Verpflichtungen in Frankreich und Italien
  3. Vorgaben und Regelungen nehmen zu
  4. Über uns

Internationale Kennzeichnungspflichten von Verpackungen

Lesezeit: 2 Minuten, 57 Sekunden

Internationale Kennzeichnungspflichten

Abhängig vom Land, in dem Unternehmen Verpackungen in Verkehr setzen, gilt es unterschiedliche Kennzeichnungspflichten auf Verpackungen zu erfüllen. Gerade in letzter Zeit kam es in vielen EU-Mitgliedsländern zu Anpassungen. Hier den Überblick zu bewahren, kann durchaus zur Herausforderung für viele Hersteller werden. Die wesentlichen Änderungen haben wir nachfolgend für Sie zusammengefasst.

 

Regularien auf EU-Ebene

Die Regularien zur Verpackungskennzeichnung beruhen auf der EU-Verpackungsrichtlinie 94/62/EG, novelliert durch (EU) 2018/852. Diese europäische Vorschrift soll zur Harmonisierung der nationalen Maßnahmen zur Entsorgung beitragen sowie zur Verhinderung und Verringerung der Umweltauswirkungen der Verpackungsmaterialien. Beispielsweise können Verpackungsmaterialien auf freiwilliger Basis eindeutig identifiziert und eingestuft werden – mit dem Ziel, die Sammlung, Wiederverwendung und Verwertung von Verpackungsabfällen zu optimieren.

Es gibt jedoch Länder, die einen Schritt weiter gehen und aus dieser freiwilligen Kennzeichnung bereits eine  Verpflichtung machen. Des Weiteren sind in einigen Ländern (u. a. Frankreich und Italien) verpflichtend Entsorgungshinweise bzw. Sortierinformationen anzuführen. Ziel der Maßnahme ist, den Konsumentinnen und Konsumenten damit eine Hilfestellung zur korrekten Trennung zu bieten. Vor allem Verpackungen, die überwiegend in privaten Haushalten anfallen, sind hiervon betroffen. Der Erstinverkehrbringer muss dafür Sorge tragen, dass seine Verpackungen entsprechend gekennzeichnet sind.

 

Besonders strenge Verpflichtungen in Frankreich und Italien

In  Frankreich gelten seit dem 1. Januar 2022 besonders strenge Vorgaben im Rahmen der Erweiterten Herstellerverantwortung. Verpackungen, die davon betroffen sind, müssen mit dem Triman Logo gekennzeichnet sein. Basierend auf dem Kreislaufwirtschaftsgesetz Loi AGEC, müssen zusätzlich Sortierinformationen für die Verpackungen, die beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen, bereitgestellt werden. Es gibt Ausnahme- und Sonderregelungen (beispielsweise für kleine Verpackungen) sowie Übergangsfristen, die ein Inverkehrbringen von ungekennzeichneten Lagerbeständen bzw. bereits importierten Waren ermöglicht (bis 9. März 2023).

In  Italien sind die neuen Kennzeichnungspflichten bereits seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die Kennzeichnungspflicht für Verpackungen wurde mehrmals ausgesetzt; zuletzt bis zum 31. Dezember 2022. Alle Arten von Verpackungen müssen die Kennzeichnung Materialklassifizierung tragen. Darüberhinausgehend müssen Verpackungen, die beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen, verpflichtend Entsorgungshinweise tragen. Es gibt keine Ausnahmeregelungen, lediglich die Differenzierung hinsichtlich Anfallstelle der Verpackungsabfälle. Eine Übergangsfrist wurde eingeräumt: Verpackte Produkte ohne Umweltkennzeichnung, die am 1. Januar 2023 bereits in Italien in Verkehr gebracht wurden, dürfen bis zur Erschöpfung der Lagerbestände vermarktet werden.

Italien_Entsorgungshinweis

Vorgaben und Regelungen nehmen zu

Neben  Frankreich und Italien gibt es in anderen europäischen Ländern weitere spezifische Kennzeichnungspflichten. Beispielsweise ist in Bulgarien neben der Materialklassifizierung auch das Symbol Tidyman verpflichtend anzubringen. In anderen Ländern hingegen, ist die Einführung von weiteren verpflichtenden Kennzeichen geplant (z. B. Entsorgungshinweise in Spanien). Zudem ist generell ein Trend zu beobachten, der strengere Vorgaben für allgemeine umweltrelevante Aussagen und Symbole vorsieht, z. B. ein Verbot von Claims wie “umweltfreundlich” bis hin zu einer Pönalisierung von irreführenden Symbolen.

Der Wunsch nach Harmonisierung und Vereinheitlichung der verpflichtenden Symbole und Kennzeichnungen auf EU-Ebene ist verständlich. Im Rahmen der Novellierung der EU-Verpackungsrichtlinie, deren Veröffentlichung Ende des Jahres erwartet wird, werden Maßnahmen in dieser Richtung erwartet.

 

Über uns

Bei RecycleMe haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Hersteller und Inverkehrbringer von Verpackungen bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu unterstützen. Unsere Expertinnen und Experten befassen sich täglich mit allen Themen rund um die Erweiterte Herstellerverantwortung. Gemeinsam können wir die Situation für Ihr Unternehmen beleuchten und etwaige Verpflichtungen eruieren.

Im Rahmen unserer Beratung zum Thema Verpackungskennzeichnung werten wir gerne Ihre individuellen Verpflichtungen aus, informieren Sie detailliert über länderspezifische Vorgaben und Regelungen und geben anschließend Handlungsempfehlungen basierend auf Analysen Ihres Verpackungssortiments.

 

Hat dir der Artikel gefallen?

Mit deiner Bewertung hilfst du uns, unsere Inhalte noch weiter zu verbessern.

 

Weitere lesenswerte Beiträge

Neue Packaging and Packaging Waste Directive - RecycleMe

International

Circular Economy

Design for Recycling

Erweiterte Produzentenverantwortung

Kennzeichnungspflichten

Neue Entwicklungen: Die Packaging and Packaging Waste Directive der EU

Die EU hat den Entwurf einer Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfall (Packaging and Packaging Waste Directive) veröffentlicht. Diese Verordnung ist ein zentraler Bestandteil der Umsetzung des Green Deals und ist daher von großer politischer Bedeutung. Unternehmen, die innerhalb der EU auf verschiedenen Märkten agieren, müssen sich mit den Neuerungen auseinandersetzen.   Eine begrüßenswerte Harmonisierung Inhaltlich […]

weiterlesen
DUNI RecycleMe Kooperation

International

Case Study

Duni & RMe: Vertrauen beruht auf langjähriger Zusammenarbeit

Duni Group vertraut schon viele Jahre auf das Know-how von RecycleMe. Als einer der führenden Anbieter von nachhaltigen und innovativen Konzepten für den gedeckten Tisch und den Take-Away-Bereich, ist das Unternehmen von vielen gesetzlichen Änderungen durch das Inkrafttreten der Single Use Plastics (SUP) Richtlinie betroffen. Im Gespräch mit RecycleMe-Geschäftsführerin Sabrina Goebel (SG) spricht Erik Lindroth […]

weiterlesen
Infos zum digitalen Produktpass

International

Circular Economy

Mehr Transparenz durch den digitalen Produktpass

Konsumentinnen und Konsumenten werden immer wissbegieriger. Sie wollen nicht nur wissen, was in den Produkten, die sie kaufen, enthalten ist. Sie wollen auch wissen, wo die Produkte herkommen, wie sich Verpackungsmaterialien zusammensetzen und wie die Produkte entsorgt werden können. Die EU-Kommission hat eine weitere Maßnahme beschlossen, die diesem Wunsch nach mehr Produkttransparenz sehr entgegenkommt: Den […]

weiterlesen
ORO Marketing und RecycleMe

International

Case Study

Oro und RecycleMe kooperieren für stärkere Recyclingfähigkeit

Als einer der führenden Anbieter in den Bereichen Hygiene, Sauberkeit und Frische entwickelt, produziert und vermarktet die ORO-Produkte Marketing International GmbH Produkte für namhafte internationale Handels- und Industrieunternehmen. Dabei legt die Unternehmensführung stets großen Wert auf nachhaltige Produktion und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Planeten und unseren natürlichen Ressourcen. Das betrifft auch die Verpackungen der […]

weiterlesen
Icon PhoneTelefonieren
Icon MailNewsletter
Icon LocationStandorte